VHS-Kassetten digitalisieren

hawo50 schrieb am 01.04.2025 um 18:14 Uhr

VHS-Kassetten haben noch das 1/2-Bild-Verfahren, das auf heutigen Bildschirmen nicht gut dargestellt werden.
Meiner Meinung nach, muss zuerst auf ein Vollbild konvertiert werden, bevor man mit upscaling weiter macht.
In den Beiträgen, zurück bis 2020, wurde das noch nicht vollständig behandelt oder schweift auf miniDV ab.

Mir geht es ausschließlich um analoge Kassette, wie VHS und Hi8.

Ich habe mit VDL 2025 Premium von einer analogen Videoquelle (VHS-Player) aufgenommen. Ich habe keine Einstellung für deinterlacing gefunden.
Die Programmeinstellung > Geräteoption > erschließt sich für mich nicht:
- Videoausgabe auf ein externes Gerät > "Interlacing zulassen" scheint sich auf die Ausgabe zu beziehen und hat mit
Digitalisieren nichts zu tun. Stimmt das?
- Vorschau und Wiedergabe in der Analogaufnahme > Alternativmodus 2 (Video Mixing Render9) > gibt es Einstellungen,
die mich auch nicht glücklich machten. Wirkt das auf die Digitalisierung? Was ist die beste Einstellung?

Die Aufnahme war äußerst schlecht, was verschiedene Ursachen haben kann:
- Zackenränder an den Konturen (fehlendes Deinterlacing),
- Farbverschiebung, popig-bunt. Das war je Kassette (VHS, Hi8) unterschiedlich stark bis garnicht.
- Rauschen und grobe Pixel sind, bei dem Ausgangsmaterial, wohl hinzunehmen. Vielleicht habt Ihr dazu auch was Gutes.

Meine Ausrüstung: i7-12700F, GPU: RTX 3060, Windows 11, 64 Bit, Video Deluxe 2025 Ultimate

Danke an die Experten im Voraus

Kommentare

korntunnel schrieb am 01.04.2025 um 19:04 Uhr

Hallo @hawo50

vor einem ähnlichen Problem stand ich auch und habe nach Alternativen gesucht. Hier ist das Ergebnis:

https://www.magix.info/de/tutorials/alternativen-ad-wandler-und-firewire--1274999/

Grundsätzliches zu Deinen Fragen:

- welchen Grabber nutzt Du? Ich glaube, die Digitalisierung analoger Clips ist immer interlaced.

- Den Export kannst Du progressiv machen. Nutze dafür oben Datei, Film exportieren, Film als z. B. MP4 exportieren, setze den Haken bei "Alle Anzeigen" oben und suche Dir das richtige aus.

- Nutze nicht den Export über den Button oben rechts, ganz deutlich: der ist Mist und viele sind der Ansicht, den sollte man ganz abschaffen.

- Für die Nachbearbeitung gibt es Tools, z. B. von proDAD für Stabilisierung und Farbkorrektur, von Neat-Video für das Entrauschen, usw.. Doch das wäre dann ein Extra-Thema.

Außerdem hat Dein Programm auch etwas KI fürs Schärfen usw.

Viele Grüße

Korntunnel

VPX5 - 15, VdL 16 bis VdL 2024 Premium-/Plus-Versionen, Audio & Music Lab

Im Einsatz: VPX 15 (205) und VdL Premium 2024 (192), Photostory 2024 (170) und VEGAS Pro 21.0

Betriebssystem Laptop: Windows 11 Prof. 64 bit, Vers.23H2, PC: Vers. 23H2

PC: 32 GB Arbeitsspeicher; Intel(R) Core(TM) i7-8700K CPU @ 3.70GHz, 3696 MHz, 6 Kern(e), 12 logische(r) Prozessor(en); MSI-Motherboard Typ Z370 A Pro, Grafikkarte Intel UHD Graphics 630 und neu: NVidia RTX 3060.
Festplatte C = 512 GB SSD, Festplatte D = 4 TB HDD

Laptop: 64 GB Arbeitsspeicher; Intel(R) Core(TM) i9-13900H; CPU 2.60GHz, 14 Kern(e), 20 logische(r) Prozessor(en); Motherboard PE60RNE-S_RND-S_RNC-S Schenker, Grafikkarte 1 Intel Xe Graphics; Grafikkarte 2 NVIDIA GeForce RTX 4060
Festplatte C = 1 TB SSD, Festplatte D = 4 TB SSD

Camcorder Panasonic X909 und Sony FDR AX-53

Nikon D 500 Panasonic TZ-101, DJI Pocket, GoPro Hero 4, Samsung S8

hawo50 schrieb am 01.04.2025 um 20:18 Uhr

Danke Korntunnel,

Deinen PDF-Beitrag kannte ich schon. Ich entnehme, Du benütz diese Geräte als A/D-Wandler. Zur Wiedergabe habe ich nur einen Panasonic NV-G12. Der hat nur Skart-Aus-/Eingang.

Als Grabber habe ich mehrere Noname-Modell. Die jeweilige Software zeigt keine Einstellung oder Auskunft bezüglich deinterlacing. Außerdem bleibt das Vorschufenster dunkel.
Daher habe ich die Grabber ohne ihre Software benutzt. Stattdessen mit VDL 2025 versucht. Die Aufnahme ist halt, wie genannt - schlecht. Vielleicht mache ich in den Einstellungen etwas falsch.

Im Forum habe ich zu "Retten Sie Ihre Video-Kassetten" auch nichts aussagekräftiges gefunden.

Viele Grüße
hawo50

Matthes2 schrieb am 01.04.2025 um 20:41 Uhr

Hallo @hawo50
bei den alten analogen Aufnahmen ist es wichtig, dass die richtige Halbbildeinstellung eingestellt ist, die ist meist auch ursächlich für die Kammstrukturen an den Kanten.
Es gibt TFF und BFF (Top Field First = oberes Halbbild zuerst; Bottom Field First = unteres Halbbild zuerst)
Wenn Du das passend eingestellt hast (kann je nach Aufnahmegerät unterschiedlich sein!!) - Einstellung nach Möglichkeit im Aufnahmeprozess mit dem Grabber -, dann kannst Du ggf. sogar einen Export als progressiv, also als Vollbild versuchen...
Ansonsten kann ich nur die Tipps von @korntunnel wiederholen: auf jeden Fall über den Export-Dialog und nicht über den Button oben rechts!

Von vorne herein zu sagen "geht nicht" gibt´s nicht, man hat es halt noch nicht (richtig) versucht!
VDL seit 2003/2004, derzeit VDL und Pro X in den jeweils aktuellen Patchleveln
PC: AMD Ryzen 7 5800X mit 32GB RAM, GeForce RTX3060 und genügend HDD-Kapazität; BS: Win 11 64 Bit Professional; Camera: Sony NEX VG 900 mit SELP 18200, SEL2870 und Leica R-Objektiven (21, 35, 50, 60, 80 - 200, 100 mit Balg und 350 mm); DJI Mini 4 Pro, DJI Pocket 2

hawo50 schrieb am 01.04.2025 um 21:10 Uhr

Danke Matthes2,

genau da beginnt mein undurchsichtiger Nebel.

Mein Aufnahmegerät ist ein Noname-Gabber, dessen Software keine Einstellmöglichkeit, bezüglich deinterlacing zeigt. Bei der Aufnahme mit VDL 2025 werde ich nochmal die verschiedenen Einstellungen in den Gräteoptionen durchspielen müssen. TFF und BFF sind mir im Prinzip bekannt - muss ich halt durchprobieren.

Vielleicht gibt es noch jemand, der mit seinem Wissen, mir die vielen zeitaufwändigen Versuche erspart.

Renter11 schrieb am 02.04.2025 um 08:00 Uhr

@hawo50,

Als Grabber habe ich mehrere Noname-Modell.

es gibt nur zwei Chips als analog / digital Wandler, die in den Billig-Grabbern verbaut sind. Daher darfst du hier auch keine großen Unterschiede erwarten.

Die Aufnahme war äußerst schlecht, was verschiedene Ursachen haben kann:
- Zackenränder an den Konturen (fehlendes Deinterlacing),
- Farbverschiebung, popig-bunt. Das war je Kassette (VHS, Hi8) unterschiedlich stark bis garnicht.
- Rauschen und grobe Pixel sind, bei dem Ausgangsmaterial, wohl hinzunehmen.

Wenn man ältere Tapes digitalisieren möchte, sollte man zuerst die Bänder mehrfach vor- und zurückspulen, die Spurlage des Videokopfes auf das Tape einstellen, wenn das mit deinem DVD Recorder möglich ist, den Videokopf reinigen und gute abgeschirmte Kabel verwenden.

Dir sollte aber bewusst werden, dass billige Noname Grabber nicht das beste Ergebnis liefern. Als das Thema noch aktuell war gab es bessere analog/digital Wandler im höheren 3-stelligen DM/€-Bereich, die eine höhere Auflösung hatten und deutlich bessere Ergebnisse erzielten … Ich nutzte von Dazzle die „dv now AV.basic“ unter Windows XP. Von Canopus gab es ADVC-300 oder ACEDVio.

Erst wenn diese Grundvoraussetzungen erfüllt sind, kommen die Möglichkeiten was man mit Software verbessern könnte.

Um das Rauschen zu entfernen ist aus meiner Ansicht Neat-Video im Consumer Bereich die beste Lösung.

Zuletzt geändert von Renter11 am 02.04.2025, 08:16, insgesamt 1-mal geändert.

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